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Pergamonmuseum

Bildurheber: Gisela Pape

Das Pergamonmuseum wird jährlich von ca. 600.000 Menschen besucht. Es gehört damit zu den meist besuchten Häusern der Staatlichen Museen in Berlin.
Um den Pergamonaltar repräsentativ zeigen zu können, entstand nach Plänen des Architekten Alfred Messel (1853-1909) ab 1910 der Neubau eines Gebäudes. 1907 legte Messel den Plan vor, einen dreiflügeligen Neubau zu schaffen, dessen Flügel sich um ein Forum gruppieren sollten. Es entstand eine große Anlage mit 10.500 m² Grundfläche.
Der I. Weltkrieg, die danach folgende wirtschaftliche Krise und der schwierige Baugrund verzögerten die Bauarbeiten. Die Innenausstattung und der Bauschmuck wurden zur Kostenreduzierung in vereinfachter Form erstellt. Es wurde auf den plastischen Schmuck des Museumgebäudes und des Ehrenhofes, auf die Fertigstellung eines Säulenganges, der die beiden Flügel verbinden sollte, sowie auf eine den Kupfergraben überspannende Brücke verzichtet.
Nach Fertigstellung des Gebäudes wurden hier die Sammlungen des Pergamonmuseums, des vorderasiatischen Museums und die deutsche und niederländische Malerei gezeigt. Das Museum wurde während der Feierlichkeiten zum hundertjährigen Bestehen der Museen am 2. Oktober 1930 eröffnet. Die Islamische Abteilung im Obergeschoß des Vorderasiatischen Museums konnte erst 1932 eröffnet werden. Die Eröffnung des Pergamonmuseums komplettiert den Museumskomplex zwischen Spree, Kupfergraben und Lustgarten.
Nur wenige Jahre nach Fertigstellung kam es in Deutschland zur Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. In der 1937 durchgeführten Aktion "Entartete Kunst" wurden insgesamt 326 Graphiken, 164 Gemälde sowie 27 Bildwerke aus den Beständen des Kupferstichkabinetts und der Nationalgalerie entfernt. Ein Teil der Objekte wurde ins Ausland verkauft, ein weiterer Teil verbrannte 1939. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die Museen für den Publikumsverkehr geschlossen. Die Kunstwerke wurden verpackt und in Kellern und Bunkern außerhalb von Berlin gelagert. Lediglich die großen Architekturmonumente und andere Kunstwerke, die nicht transportfähig waren, blieben zurück. Durch die Luftangriffe 1942-45 wurden die Gebäude schwer beschädigt. Eindringendes Regenwasser gefährdete die zurückgelassenen Kunstwerke. Nur die Lagerung außerhalb der Stadt rettete einen großen Teil der Sammlungen der Berliner Museumsinsel vor der Kriegszerstörung.
Der Wiederaufbau war nach dem Krieg schwierig, aber bis zum Jahr 1953 waren die wesentlichen Schäden beseitigt. 1959 wurde das Museum wiedereröffnet. Zu Beginn der 80er Jahre wurde der einfache Steg über den Kupfergraben durch eine Brücke ersetzt. Der rekonstruierte Ehrenhofes und die rekonstruierte Eingangshalle vor dem Mitteltrakt des Museums wurden am 7. Oktober 1982 feierlich übergeben.

Antikensammlung

Die Antikensammlung ist an zwei Standorten untergebracht, und zwar im Pergamonmuseum und im Alten Museum. Gezeigt werden Kunstwerke des griechischen und römischen Altertums. Unter anderem sind Baukunst, Plastik und Vasen, Inschriften, Mosaiken, Bronzen sowie Schmuck zu sehen.
Der Hauptanziehungspunkt ist der Pergamonaltar (2. Jahrhundert v. Chr.). Sein Skulpturenfries gehört zu den Meisterwerken der hellenistischen Kunst, er zeigt den Kampf der Götter mit den Giganten. Der sich südlich anschließende Saal zeigt das Markttor von Milet, ein Prunkstück römischer Architektur. Von hier kann man weitergehen zum Vorderasiatischen Museum.
Die hellenistische Architektur, die sich im Norden an den großen Saal anschließt, präsentiert griechische Bauwerke. Im Nordflügel des Pergamonmuseums werden antike Plastik von der Epoche des Archaikum bis zum Hellenismus, sowie römische Kunst gezeigt.
Seit Beginn der 90-ziger Jahre findet eine Neuordnung der Berliner Museumsbestände statt. Die Gebäude werden den neuen Erfordernissen angepaßt. Zur Zeit ist die Museumsinsel eine große Baustelle, aber bis zum Jahr 2013 soll die Rekonstruktion komplett abgeschlossen sein.

Öffentlicher Nahverkehr

S-Bahn: S3, S5, S7, S9, S75 (Bhf. Hackescher Markt)
S-Bahn: S1, S2, S25 (Bhf. Oranienburger Straße)

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