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Tiergarten

Bildurheber: Gisela Pape

Der Tiergarten, ein früheres kurfürstliches Wildgehege westlich des Brandenburger Tores, in dem einst Hirsche, Wildschweine und andere Tiere für die Jagd gehalten wurden. Um 1700 begann Kurfürst Friedrich III. das Waldgebiet in einen kurfürstlichen Park umzuwandeln und befahl eine Straßenverbindung nach Charlottenburg zu erbauen. Friedrich der Große ließ den Park nach französischem Muster gestalten, sein Nachfolger, Friedrich Wilhelm II., hatte englische Vorbilder für den Park. Trotz aller Umgestaltungen behielt der Tiergarten in weiten Teilen seine Eigenart als Naturpark. Der berühmte Landschaftsgestalter Peter Joseph Lenne gestaltete den Tiergarten in Form eines Volksparks im Sinne englischer Gartenkunst. Im II. Weltkrieg wurde der Tiergarten verwüstet, nach dem Krieg von den Brennholz suchenden Berlinern abgeholzt, wurde die Anlage ab 1949 erneuert. Ernst Reuter, der erste Regierende Bürgermeister, pflanzte eine Linde und gab den Auftakt zur Neugestaltung des Parks. Heute bestimmen wieder Grünflächen, Bäume, Sträucher und Staudenrabatten das Aussehen des Tiergartens. Das ca. 200 ha große Gebiet ist ein vielbesuchtes Erholungsgebiet der Berliner, in dem man wunderbar spazieren gehen kann. Seit einigen Jahren ist der Tiergarten eine große Baugrube, es werden Tunnel für den Eisenbahn- und Straßenverkehr gebaut. Im Tiergarten stehen viele Denkmäler, von denen einige der vor dem Zweiten Weltkrieg entstandenen im Krieg so stark beschädigt wurden, daß man sie nur noch durch Kopien ersetzen konnte.

Denkmal der Königin Luise
Das Königin-Luise-Denkmal wurde von Erdmann Encke in weißem Marmor geschaffen und am 10.März 1880 enthüllt. Die Königin ist in einem hochgegürteten, langen Kleid zu sehen. Das Hochrelief am runden Sockel nimmt Bezug auf ihre Tätigkeit bei der Betreuung der im Krieg 1806/1807 verwundeten Soldaten. Das Hochrelief zeigt Szenen aus dem Soldatenleben und bei der Versorgung der Verwundeten.

Denkmal Friedrich Wilhelms III.
Das Denkmal Friedrich Wilhelms III. , geschaffen von Friedrich Drake, wurde am 3. August 1849 enthüllt. Das Hochrelief versinnbildlicht am oberen Teil des Rundsockels die friedliebende Art des Königs; Darstellungen einer "heilen" Welt. Sehenswert sind auch die Statuen von Kaiser Wilhelm I. als Prinz, Gotthold Ephraim Lessing, Richard Wagner und Theodor Fontane. Außerdem findet man im Park das Komponistendenkmal für Beethoven, Hayden und Mozart sowie das Goethe-Denkmal, welches an der Ostseite des Parks steht. Das Goethe-Denkmal wurde von F. Schaper geschaffen und ist am 2.Juni 1880 enthüllt worden. Der Sockel wird von allegorische Frauengestalten, Verkörperungen der lyrischen und dramatischen Dichtung sowie der Wissenschaft verziert.

Gedenktafeln für Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg
Unter der Lichtensteinbrücke erinnert am rechten Ufer des Landwehrkanals eine Gedenktafel an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Rosa Luxemburg wurde nach dem Scheitern des Spartakus-Aufstandes am 15.Januar 1919 von Freikorpssoldaten ermordet und ihre Leiche hier in den Kanal geworfen. Karl Liebknecht wurde am gleichen Tag am Neuen See erschossen.

"Zwei Formen"
Südlich der Kongreßhalle beim Carillon steht in einem See die moderne Bronzeplastik "Zwei Formen" des britischen Künstlers Henry Moore, die man sich auch ansehen sollte.


Sowjetisches Ehrenmal
Das Ehrenmal der Sowjetarmee wurde 1945/1946 aus dem Marmor der ehemaligen "Neuen Reichskanzlei" erbaut und westlich vom Brandenburger Tor im Tiergarten errichtet. Es stellt einen Soldaten der Roten Armee in Feldausrüstung mit aufgepflanztem Bajonett dar. Zwei sowjetische Panzer, die 1945 als erste Berlin erreicht haben sollen, flankieren das Denkmal. Ein weiteres sowjetisches Denkmal ist im Treptower Park zu sehen.

"Der Rufer"
Zwischen dem Sowjetischen Ehrenmal und dem Brandenburger Tor steht seit 1989 auf dem Mittelstreifen der Straße des 17.Juni die 3 m hohe Bronze-Skulptur "Der Rufer" von Gerhard Marcks. Der 2 m hohe Granitsockel hat eine Inschrift des italienischen Dichters Petrarca, die wie folgt lautet: "Ich gehe durch die Welt und rufe: 'Friede, Friede, Friede'".

Öffentlicher Nahverkehr

S-Bahn: S1, S2, S25 (Bhf. Unter den Linden)
Bus: 100 (ab Bhf. Alexanderplatz, ab Bhf. Zoo)

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